Längere Einnahme von Kortison steigert Osteoporose-Risiko

Berlin (dpa/tmn) - Eine Langzeitbehandlung mit Kortison-Präparaten kann Osteoporose verursachen. Vorbeugend sollte solch eine Therapie deshalb von Beginn an von einer kalziumreichen Ernährung und der Gabe von Vitamin D begleitet werden. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

Es ist außerdem ratsam, regelmäßig die Knochendichte zu prüfen. Zusätzlich könnten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte erwägen, Medikamente zu verschreiben, die den Knochenabbau hemmen oder einen Knochenaufbau fördern.

Kurzzeitige Einnahme meist unbedenklich

Glukokortikoide, umgangssprachlich Kortison genannt, werden etwa bei rheumatischen Krankheiten eingesetzt. Bei einem kurzzeitigen Einsatz sind die Präparate nach Angaben der Fachgesellschaft meist gut verträglich. Das gilt auch dann, wenn sie höher dosiert sind.

Bei einer Langzeitbehandlung, also bei einem Einsatz über mindestens drei Monate oder länger, blieben Nebenwirkungen hingegen oft nicht aus. So ist die Abnahme der Knochendichte eine mögliche Folge. Das kann zu Osteoporose führen.

Bei 30 bis 40 Prozent der Patientinnen und Patienten, die über einen Zeitraum von rund viereinhalb Jahren mit Kortison behandelt wurden, ließen sich zum Beispiel aktuelle oder alte Frakturen nachweisen, schätzt die Fachgesellschaft.

Das Problem: Viele Betroffene spürten die kleinen Knochenbrüche aufgrund der medikamentösen Behandlung kaum oder gar nicht, schildert Mediziner und DGRh-Experte Jan Leipe. Darum würden sie oft übersehen und nicht behandelt. Die Folge davon sei ein fragiles Skelett, das erneute Frakturen begünstige.

Vorbeugung ist wichtig

«Bereits in den ersten drei bis sechs Monaten der Glukokortikoid-Therapie sinkt die Knochendichte um bis zu 12 Prozent», beschreibt Leipe. Das unterstreiche, warum es so dringlich ist, einer möglichen Osteoporose vorzubeugen.

Nach Behandlungsende sinkt das Frakturrisiko wieder, es hängt also direkt mit der Kortison-Einnahme zusammen. Deshalb gilt laut der DGRh: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Kombiniert mit präventiven Maßnahmen gegen möglichen Knochenschwund.

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Text: dpa / Bild: Christin Klose (dpa) (18.11.2021)